ReNu2Farm - Recycling in der Landwirtschaft

Interreg North-West Europe (2014-2020)

ReNu2Farm - Recycling in der Landwirtschaft

Das Ziel von ReNu2Farm ist es, die Recyclingraten der Pflanzennährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) zu erhöhen. Denn P und K sind begrenzte und endliche Ressourcen und die Produktion von N-Düngemitteln ist energieintensiv. Trotz der Entwicklung von Verwertungstechnologien ist der Einsatz von wiederverwendbaren Düngemittelprodukten durch die Landwirte bisher eingeschränkt. Das Projekt soll einen Beitrag leisten die Probleme zu lösen, die bisher den Einsatz von recycelten Düngemitteln zu teuer machten.

Die Herausforderung dabei ist, den Phosphor aus Klärschlammkompost sowie Stickstoff und Kalium aus Gärresten zu lösen, so dass sie von den Pflanzen aufgenommen werden können. Dazu müssen Phosphor, Stickstoff und Kalium in ausreichender Menge aus dem Ausgangsstoff gelöst werden, damit die Recyclingverfahren wirtschaftlich darstellbar sind.

Projektaktivitäten

Bei SOIL-CONCEPT in Diekirch wird Klärschlammkompost mit der Hilfe eines Wirbelschichtvergasers in thermische & elektrische Energie umgewandelt. Durch die Zugabe eines Additives soll der Phosphor während des Vergasungsprozesses für Pflanzen verfügbar gemacht werden, damit die entstandene Asche entweder zu Dünger weiterverarbeitet werden kann oder direkt auf das Feld eines Landwirtes ausgebracht werden kann.

Durch den Einsatz eines Additives wird nicht nur der Phosphor für die Pflanzen verfügbar gemacht, sondern es kommt ebenfalls zu einer Reduzierung der Schwermetallkonzentration in der Asche. In der Regel sind dafür zwei Schritte notwendig. Erst wird der Klärschlammkompost in einem Vergaser in Asche umgewandelt und im zweiten Schritt wird durch Zugabe eines Additives, der Phosphor für die Pflanzen verfügbar gemacht. Das Verfahren heißt AschDec. Bei SOIL-CONCEPT in Luxemburg soll dies in einem Schritt passieren.

Damit eine Reduzierung von Schwermetallen und das Herauslösen von Phosphor funktioniert, muss das richtige Additiv bestimmt werden und ein optimales Mischungsverhältnis zwischen Klärschlammkompost und Additiv eingestellt werden.

Dazu wird vorab beim Projektpartner Outotec aus Deutschland im Labormaßstab simuliert, was die optimalen Betriebsbedingungen sind. Eine hohe Beimischung von Additiv zum Klärschlammkompost kann zu einer hohen Reduzierung der Schwermetalle führen. Eine hohe Beimengung eines Additives kann aber unwirtschaftlich sein und damit kann der Weiterverkauf der Asche und die Weiterverarbeitung zu Dünger zu teuer sein. Es muss also sowohl eine hohe Phosphorverfügbarkeit in der Asche erreicht werden und eine deutliche Reduzierung der Schwermetalle erfolgen unter einem möglichst geringen Einsatz eines Additives.

Die Asche von Soil-Concept soll im nächsten Schritt zu einem Dünger aufbereitet werden. Dazu soll sie auf phosphorarmen Böden von Projektpartner in Frankreich (ARVALIS Institut du végétal) und Irland (University of Limerick) getestet werden. Zunächst wird im Labormaßstab das optimale Mischungsverhältnis von Asche und Mutterboden getestet. Das Institute of Technology Carlow und Cork Institute of Technology stehen hier auch beratend zur Seite.

Weitere Projektpartner aus den Niederlanden (Nutriënten Management Instituut BV) und Belgien (Universiteit Gent, Inagro) beschäftigen sich mit dem Recycling von Gärresten aus Biogasanlagen sowie der Vermarktung des Gärrestes und der Asche von SOIL-CONCEPT. Der Austausch unter den Projektpartner soll dazu beitragen günstigen recycelten Dünger herzustellen.

Voraussichtliche Ergebnisse

Für Luxemburg ist dieses Pilotprojekt insofern interessant, weil es anfallenden Klärschlamm recycelt und die Asche aus dem Vergasungsprozess in der heimischen Landwirtschaft eingesetzt werden kann. Dadurch muss weniger Phosphor aus dem Ausland importiert werden und mittelfristig profitieren die Landwirte auch vom Einsatz recycelten Düngers, weil dieser unter optimalen Bedingungen günstiger sein wird als der konventionelle. Durch die zusätzliche thermische Verwertung des Klärschlammkompostes können in diesem Pilotprojekt zudem ein Wohngebiet, Gewerbe- oder Industriebetrieb mit grünem Strom und Wärme versorgt werden. Luxemburg kann des Weiteren eine Vorreiterrolle beim Recycling von Klärschlamm im Hinblick auf eine Verbesserung der Kreislaufwirtschaft übernehmen.

  • Mis à jour le 28-05-2019